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Interview 30.05.2007, 15:40  
„Wenn wir in Eigenregie weiterentwickeln, bekommen wir sicherlich 10 CAD oder mehr“ -  - Guy Hébert, CEO von Strateco Resources

Smart Investor im Gespräch mit Guy Hébert, CEO des kanadischen Uran-Explorers Strateco Resources, über die Uranindustrie, die Herausforderungen für Explorationsunternehmen und sein „Dual Track-Vorgehen“ in Richtung Produktionsaufnahme bzw. Verkauf.

Smart Investor: Mr. Hébert, hier zu Lande kennen eventuell nicht allzu viele Anleger Strateco Resources. Können Sie Abhilfe schaffen?
Hébert: Strateco ist ein reiner Uran Play, d.h. wir sind ausschließlich auf Uran-Projekte fokussiert, derzeit zwei an der Zahl. Dies sind das Matoush- und das Mont Laurier-Projekt in Québec, Kanada. Das besondere am Hauptprojekt Matoush ist der hohe Uran-Gehalt, den wir dort angetroffen haben. Das Vorkommen dort wurde ursprünglich schon 1983 von der deutschen Gesellschaft Uranerz lokalisiert. Als dann aber die Uran-Preise unter 10 USD kollabierten, wurde diese Sache – und viele andere Uran-Projekte – nicht weiter verfolgt. Im Prinzip wurden alle heute wichtigen Uran-Vorkommen einst von Uranerz in den 80ern gefunden!

Smart Investor: Wie bitte?
Hébert:
In der Tat. Das Matoush-Projekt haben wir dann 2005 zu 100 % erworben. Das durchschnittliche Uran-Vorkommen hat ca. 1,5 Pfund Uranoxid pro Tonne, in Matoush haben wir aber durchschnittlich ca. 20 Pfund pro Tonne. Das sind bei derzeitigen Preisen ca. 2.000 USD pro Tonne.

Smart Investor:
Dem Strateco-Kurs hat diese Nachrichtenlage im letzten Jahr sichtlich gut getan. Zu recht?
Hébert:
An der Toronto Venture Exchange bedeuteten die 1.300 % Plus im letzten Jahr die Auszeichnung für die am besten performende Aktie. In Frankfurt ist Strateco auch notiert. Diese Kursentwicklung beinhaltet übrigens noch nicht die Aktiendividende, die Aktionäre im letzten Herbst durch den Spin-off unserer Goldaktivitäten in ein Unternehmen namens Cadiscor erhalten haben. Auch Cadiscor ist an beiden Börsen gelistet.

Smart Investor:
Lassen Sie uns über die gesamte Uran- und Kernkraftindustrie sprechen. Wie sieht es hier aus?
Hébert: Auch wenn sich das aus meinem Munde nicht sonderlich überraschend anhört: Nüchtern betrachtet ist die Kernkraft sowohl sauber als auch sicher und darüber hinaus eine günstige Form der Energiegewinnung. Sie wissen sicherlich, wie einseitig sich China bislang auf die einfachste Form der Elektrizitätsgewinnung, nämlich durch Kohle, fokussiert hat. Kürzlich war ich für eine Woche in China, aber die Sonne habe ich in der ganzen Zeit nicht gesehen, obwohl es nicht bewölkt war. Wenn man bedenkt, dass sich die Nachfrage nach Uran in den nächsten Jahren erheblich ausweiten wird, der Angebotsanteil durch Minenabbau dabei aber rund verdoppeln soll, muss die Frage gestellt werden, woher all dieses Uran kommen soll. Eine neue Mine braucht von der Erschließung bis zur ersten Produktion 7 bis 10 Jahre. Im Moment steht der Preis für ein Pfund Uran bei rund 100 USD, aber ich sehe ohne Probleme Preise von 150 bis 175 USD.

Smart Investor:
Ihre ursprüngliche Planung für Strateco lautete: Ressourcen definieren und dann das Unternehmen an einen der großen Produzenten verkaufen. Das hat sich mittlerweile geändert, richtig?
Hébert:
Das stimmt. Mein auf der letztjährigen Hauptversammlung kommunizierter Plan war, Strateco für Anfang 2007 für einen Verkauf vorzubereiten. Dann aber haben wir noch einiges dazugelernt. Entscheidende Leute in Québec überzeugten uns davon, dass unsere Crew die beste ist, um unsere vielversprechenden Uranprojekte in Eigenregie zu entwickeln. Und wenn wir das täten, dann würden wir später das Doppelte oder Dreifache des Preises bekommen, den wir in diesem Jahr hätten realisieren können. Auf einer Auktion für einen Block Sale würden wir heute vielleicht 5 CAD pro Aktie bekommen – wenn wir in Eigenregie weiterentwickeln, bekommen wir aber sicherlich 10 CAD oder mehr. Vier andere Unternehmen explorieren mehr oder weniger in unserer Nachbarschaft: Strateco hat außerdem die beste Location, um zusätzliches Land anzukaufen und seine Ressourcenbasis auszuweiten. Unsere kürzlich durchgeführte Kapitalerhöhung zu 2,60 CAD war gleich vierfach überzeichnet, was das Vertrauen unserer Investoren in unsere Arbeit zeigt.

Smart Investor: Sie sprachen gerade schon die Entwicklung ihres Hauptprojekts in Eigenregie an: Was wäre hier denn ein realistischer Zeithorizont in Richtung möglicher Produktion, wenn Strateco nicht zuvor übernommen wird?
Hébert: Die ersten Schritte in punkto Genehmigungsgefahren sind bereits eingeleitet. Sie wissen ja, dass das alles nicht von heute auf morgen geht. Eine Produktionsaufnahme mit anfangs ca. 2 Mio. Pfund Uran pro Jahr könnte 2011 erfolgen, also in vier Jahren von heute gerechnet. Bei einem derzeitigen Preis von ca. 100 UDS je Pfund würde das Einnahmen von jährlich 200 Mio. USD bedeuten.

Smart Investor: Verstehe ich das also richtig, dass Sie eine Art Dual Track fahren, also entweder Unternehmensverkauf oder eigene Produktionsaufnahme? Was ist wahrscheinlicher?
Hébert:
Nun, mit u.a. Cameco und Areva sind hier vor Ort die größten Uranproduzenten der Welt aktiv. Und alle führen mit uns Gespräche und wollen eine Partnerschaft bei unserem Projekt. Strateco – wie Sie wissen – gehört das Matoush-Projekt aber zu 100%, ohne weiteren Partner an Bord. Das ist ziemlich außergewöhnlich, denn normalerweise verteilt man die Risiken auf mehrere Schultern, meist zwei oder drei. Wir machen es allein, und ich sage Ihnen auch warum: Wenn einer der Großen an unserem äußerst viel versprechenden Projekt teilhaben möchte – was der Fall ist –, dann nur, indem er das gesamte Unternehmen kauft. Nicht weniger. Meine Planung ist also, dass wir uns auf Richtung Produktion ausrichten. Natürlich kann es sein, dass einer der großen Uranproduzenten zwischenzeitlich ein Gebot für das gesamte Unternehmen abgibt. Um dies aber nicht ganz so leicht zu machen, hat unser Board eine so genannte Poison Pill-Regelung installiert. Die sieht grob gesagt vor, dass im Falle eines Übernahmeangebots andere Interessenten bis zu 60 Tage Zeit hätten, ein besseres Angebot abzugeben. Aber eines ist kristallklar: Strateco wird deutlich höher gehen als die aktuellen 3,60 CAD.

Smart Investor:
Welche News darf man im aktuellen Jahr von Strateco erwarten?
Hébert:
In diesem Jahr ist der Zeitraum August/September sehr wichtig für uns. Zu der Zeit erwarten wir unsere wichtige, da offizielle Ressourcen-Schätzungen. Wenn man das, was wir dort erwarten, ins Verhältnis zu unserer Marktkapitalisierung von ca. 350 Mio. CAD setzt, dann erkennt man, dass Strateco im Vergleich zur Peer Group absolut günstig bewertet ist.

Smart Investor:
Mr. Hébert, vielen herzlichen Dank für die interessanten Einblicke!

Dieses Interview ist Teil der Smart Investor-Story über Uran, siehe bitte Smart Investor 6/2007 (erschienen am 26. Mai).

Das Interview führte Falko Bozicevic.

 

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